Wir von cnx arbeiten sowohl in Köln als auch in Berlin.

Beide Städte sind so unterschiedlich wie sie sich ähneln. Um einen Beitrag zur Völkerverständigung zu leisten, haben wir uns entschlossen eine kleine Miniserie auf unserem Blog zu starten: KFBA/BAKF oder auch: Kölner Fragen, Berliner Antworten/Berliner Fragen, Kölner Antworten. Hier werden die großen Fragen, die man schon immer mal der anderen Seite stellen wollte, von unseren Kollegen beantwortet. Denn was macht mehr Spaß als gängige Stereotype, Klischees und Mentalitätsunterschiede auszugraben und auszustellen? Viel Spaß mit unserer ersten Folge “Kölner Fragen, Berliner Antworten”.

Warum seid Ihr alle so unfreundlich?
Das ist eine Frage, die sich Urberliner und Zugezogene gleichermaßen stellen. Man könnte vermuten, dass es etwas historisch Gewachsenes ist. Oder mit dem Wetter zu tun hat. Oder mit dem Punk. Aber man sollte auch nicht vergessen, dass der Berliner eine durch jahrelanges Großstadtleben abgehärtete Fassade hat, darunter aber doch recht herzlich ist. Man schützt sich vor den Menschenmassen (bald 4 Millionen, viele Touristen) und ihren nervigen Begleiterscheinungen, indem man ein abweisendes Gesicht aufsetzt, niemandem in die Augen schaut und so wenig Angriffsfläche wie möglich bietet. Doch das heißt nicht, dass wir nicht auch gerne mal eine Unterhaltung mit Unbekannten führen. So ist der kaltschnäuzige Spruch an der Bäckertheke zumeist nicht als Affront gemeint, sondern eher als ein Gesprächseinstieg – in Erwartung einer ebenso kessen Antwort über die beide Seiten lachen können.

Wie unterscheiden sich Ost- und Westberlin heute?
Das gängige Klischee „Osten arm, Westen reich“ ist im heutigen Berlin so nicht mehr haltbar und hat schon viele Neulinge verwirrt. Seit dem Mauerfall haben sich vor allem die östlichen Innenstadtbezirke Mitte, Prenzlauer Berg und Friedrichshain zu begehrten Lagen mit entsprechenden Mieten entwickelt, während die traditionell eher bürgerlichen Ortsteile des Westens stagnierten. Während jedoch Osten und Westen gleichermaßen ihre schicken und weniger schicken Ecken haben, lassen sich einige Unterschiede feststellen. Der Osten war jahrelang das hippe Zentrum Berlins, so sind die älteren Hipster auch eher im Prenzlauer Berg als in Charlottenburg zu finden, welches stets etwas bürgerlicher war. Durch die #Gentrifizierung findet man die jungen Hippen heute wiederum eher im Westen, allem voran in Neukölln. Auch wenn dieses auch schon wieder zu teuer geworden ist und Studenten eher nach Moabit oder in den Wedding ziehen. Es gibt also keine einfache Antwort, sowohl Platten als auch Altbauten gibt es in beiden Teilen, vielleicht ist am ehesten eine kulinarische Unterscheidung möglich: Die besten vietnamesischen Suppen gibt’s in Mitte und Lichtenberg, die besten persischen Fleischspieße in Moabit und Neukölln.